The Winslow Boy

The Winslow Boy - Ein Fall, der Geschichte machte

Ein Fall, an dem eine Familie zerbricht – in dem Film „The Winslow Boy“ aus dem Jahr 1999 von dem amerikanischen Regisseur David Mamet tritt ein Vater für das Recht seines Sohnes ein. Dabei opfert er alles, und nimmt jedes Opfer in Kauf, bis er bekommt, was er will.

The Winslow Boy - die Handlung

Das Weihnachtsfest 1911 sollte für mittlerweile im Ruhestand lebenden den Londoner Bankier Arthur Winslow (Nigel Hawthorne) ein doppelt freudiges Ereignis sein. Denn beim Fest sollte auch die Verlobung seiner Tochter Catherine (Rebecca Pidgeon) mit dem jungen Marine-Kapitän John Watherstone (Aden Gillett) gefeiert werden. Doch dann bemerkt Arthur, dass sein jüngster Sohn Roonie (Guy Edwards) zuhause ist, obwohl er eigentlich auf dem Royal Naval College sein müsste. Der Junge behauptet, er wäre aus dem College geworfen worden, weil er angeblich eine Postanweisung an einen Kameraden gestohlen haben soll. Auch wenn es sich dabei nur um ein paar Schilling gehandelt haben soll, wurde der Fall dennoch ohne Benachrichtigung der Familie Winslow untersucht und Ronnie für schuldig befunden. Als Konsequenz wurde er vom College verwiesen. Allerdings beteuert der Junge seinem Vater gegenüber, dass er völlig unschuldig ist.

Arthur Winslow glaubt seinem Sohn und verlangt von den Zuständigen des Royal Naval Colleges, den Fall seines Sohnes noch einmal zu eröffnen und die Unschuld von Roonie festzustellen. Als die College-Leitung das allerdings ablehnt, wendet sich Arthur an Desmond Curry (Colin Stinton), einen Gelehrten und Freund der Familie. Mit seiner Hilfe gelingt es Arthur, den Strafverteidiger Sir Robert Morton (Jeremy Northam) zu engagieren. Nachdem Sir Robert Roonie einem Verhör unterzogen hat und sich von seiner Unschuld überzeugen konnte, setzt er alle Hebel in Bewegung, um den Fall vor Gericht zu bringen. Das erweist sich allerdings als schwierig, da das Royal Naval College ein Repräsentant der Krone ist und alle Entscheidungen wie die Entscheidungen des Königs selbst behandelt werden.

Trotzdem gelingt es Sir Robert, den Fall des Winslow-Jungen dem Repräsentantenhaus vorzutragen. Nach einer hitzigen Diskussion wird entschieden, dass der Fall vor einem Gericht erneut untersucht werden muss. Ein erster Erfolg für Arthur Winslow, der ansonsten sehr unter den Konsequenzen des Falles zu leiden hat. Denn zum einen ist das mediale Interesse an dem Fall hoch und setzt die Familie unter Druck. Zum anderen muss Arthur seine gesamten finanziellen Mittel in die Gerichtsverhandlung stecken. Seinen älteren Sohn Dickie (Matthew Pidgeon) muss er deshalb aus der Universität von Oxford nehmen, was dessen glänzende Karriere-Aussichten zerstört. Die Verlobung von Tochter Catherine zerbricht, weil die Eltern ihres Verlobten keinen weiteren Kontakt zu den Winslows erlauben. Und Arthurs Ehefrau Grace (Gemma Jones) droht mit der Scheidung, weil sie die finanziellen Einschnitte nicht ertragen kann.

Das alles ist Arthur allerdings egal, solang er für seinen Sohn nur Gerechtigkeit einfordern kann. Selbst als seine eigene Gesundheit auf dem Spiel steht, lässt sich der ehemalige Bankier nicht aufhalten und riskiert letztendlich alles – wegen ein paar Schilling.

Hintergrund zum Film

„The Winslow Boy“ ist die fünfte Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks, das von dem Drehbuchautor Terence Rattigan 1946 erstmals inszeniert wurde. Das Stück, welches am 20. Oktober 1949 in Deutschland uraufgeführt wurde, basiert auf einem realen Fall aus dem Jahr 1908. Damals wurde ein junger Kadett namens George Archer-Shee vom Osborne Naval College ausgeschlossen, nachdem er angeblich einem Kameraden einen Brief mit einem Inhalt in Höhe weniger Schilling gestohlen haben soll. Sein älterer Bruder, ein angesehener Major bei der Navy, soll mit Hilfe von Georges Vater die Aufmerksamkeit des bekannten Strafverteidigers Sir Edward Carson auf den Fall gebracht haben, der wiederum dafür kämpfte, dass das Oxford Naval College sich vor Gericht erklären musste. Bereits am vierten Tag des Prozesses erklärte der Staatsanwalt, dass es an der Unschuld von George Archer-Shee keine Zweifel mehr gäbe und die Familie Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung habe.
Die erste Verfilmung von „Der Fall Winslow“, wie das Stück auf Deutsch heißt, wurde 1948 veröffentlicht. Der damalige Darsteller des Roonie Winslow, Neil North, bekam auch in dem Remake von 1999 eine Rolle. Er spielt den First Lord of Admirality, also den Stellvertreter der Royal Navy vor Gericht.

Bewertungen

Der Film „The Winslow Boy“ bekam in England gute Kritiken aufgrund seines interessanten Setting in der Zeit von König Edward und dem sehr dichten und teil dramatischen Handlungsverlauf. Auf Internetplattformen wie der imdb.com konnte der Film durchschnittlich 7,3 von 10 Sternen bekommen. Im Ausland erschien „The Winslow Boy“ allerdings nur auf DVD und nur mit der Original-Sprachausgabe. Eine nachträgliche Synchronisierung gab es für den Film nicht und er gilt auch nicht als so erfolgreich wie die erste Verfilmung aus dem Jahr 1948.

Also den Film unbedingt angucken! Und nun noch ein paar meiner Favoriten aus den Bereichen Unterhaltung und Entertainment gegen langweilige Wochenenden...  ;-)

Tipps

Geld für nicht mehr Verwendetes: Prima eigene nicht mehr gebrauchte Mode online verkaufen und die Haushaltskasse aufbessern.

 


http://www.winslow-boy.de/